Die Ökoviertel

Die Entwicklung eines umweltschonenden Großraums hat für die Stadt und die Stadtgemeinschaft Straßburg Priorität, weshalb die neuen Ökoviertel nach den Kriterien der Nachhaltigkeit entworfen wurden.

Die Art und Weise, in der wir hier in Straßburg den Großraum gestalten, wirkt sich unmittelbar auf unsere gemeinsame Zukunft aus. Heute stehen wir vor der Herausforderung einer rohstoffarmen, umweltschonenden Stadtentwicklung, in der Solidarität und der Zugang zu hochwertigem Wohnraum für alle Bürger in jedem Lebensabschnitt gewährleistet sind. Aus diesem Grund engagiert sich die Straßburger Stadtgemeinschaft für die nachhaltige Gestaltung ihres Gebietes. Die neuen Ökoviertel (Ecoquartiers) sind ein Beispiel für diese Politik

Die ersten Projekte in ökologischer Bauweise, die derzeit auf dem Gebiet der Straßburger Stadtgemeinschaft entstehen, sind dem jeweiligen Umfeld angepasste Lösungen.

Ecoquartier Danube in Straßburg Neudorf

Im Gebiet Danube entsteht am Ufer der Hafenbecken auf einer früheren Hafen- und Industriebrache ein umweltfreundliches Viertel mit rund 650 Wohnungen und Geschäften. Das Viertel hat zwei Fassaden: eine städtische, die der Route du Rhin zugewandt ist und wo sich die wichtigsten Geschäftsaktivitäten befinden, und eine zum Wasser hin geöffnete Fassade. Das Viertel Danube ist ein strategischer Standort in der Stadt: Es liegt zwischen Neudorf und dem Stadtzentrum, ist nur 15 Minuten zu Fuß vom Straßburger Münster entfernt und verfügt über zwei Tramlinien. Das Ecoquartier Danube ist Teil des Bebauungsplans „Heyritz-Kehl“, der die Erschließung von 250 Hektar Brachland in Richtung Rhein und Deutschland betrifft.

Das Projekt Ecoquartier Danube wurde bei der Projektausschreibung „Ecoquartiers“, die der französische Staat im Anschluss an den Umweltgipfel Grenelle Environnement veranstaltet hat, in der Kategorie „Mobilität“ von rund 160 eingereichten Bewerbungen ausgewählt. Zu dem Projekt gehört ein umfassendes Angebot an alternativen Transportmitteln, um die Bewohner weg vom Auto hin zu umweltfreundlichen Transportmöglichkeiten zu bewegen, z.B. Straßenbahn, Bus, Fahrrad und Carsharing.

Neuer Stand

Anfang Dezember 2010 erhielt der Architekt Christian Devillers mit seinem Team an Stadtplanern den Zuschlag für die Realisierung dieses Ökoviertels. Die ersten Gebäude werden 2012 fertiggestellt, für die einzelnen Bauabschnitte werden Projektausschreibungen veranstaltet. Die Aufteilung der etwa 650 Wohnungen ist folgendermaßen geplant: 40% Sozialmietwohnungen, 10% Eigentumswohnungen, 40% private Anleger und 10% Bauherrengemeinschaften. Weiter entstehen hier ein Schulkomplex, ein Dienstleistungszentrum und gemeinschaftliche Stellplätze. Die Jury hat sich von der Vielfalt der von Devillers entworfenen urbanen Formen überzeugen lassen, zu denen kleine Gassen, weitläufig Vorplätze, zwei- bis siebenstöckige Gebäude, Gärten und kompaktere Bauwerke gehören. Das Ensemble ist zur Stadt hin geöffnet.

Ecoquartier Brasserie in Straßburg Cronenbourg

Der Produktionsstopp in der Brauerei Kronenbourg im Jahr 2000 hat zur Stilllegung des nördlichen Teils des Standortes geführt, der sich im Stadtteil Cronenbourg befindet. Die 3,6 Hektar umfassende Industriebrache inmitten eines belebten und beliebten Straßburger Viertels in der Nähe von Geschäften und mit Anbindung an die Tram bot sich für den Bau umweltfreundlicher Wohnungen auf ideale Weise an. Das Projekt leitet die Straßburger Société d’Aménagement et d’Equipement de la Région de Strasbourg (SERS).

Ecoquartier Les Rives du Bohrie in Ostwald

Bohrie ist ein wichtiger Entwicklungssektor unweit des Straßburger Großraums, der mit der Tramlinie B über eine hervorragende Anbindung an das städtische Nahverkehrsnetz verfügt. Das Ökoviertel Les Rives du Bohrie umfasst etwa 50 Hektar und erstreckt sich rund um einen See. Hier entstehen 1 100 Wohnungen in mehreren Abschnitten mit den dazugehörigen Einrichtungen und Dienstleistungen.

Écoquartier Les Portes du Kochersberg, Vendenheim

Die Gemeinde Vendenheim ist in den letzten 20 Jahren sehr gewachsen, insbesondere entstanden mehrere Siedlungen mit Einfamilienhäusern. Heute mangelt es an Wohnungen, vor allem für junge Familien, ältere Menschen und Haushalte mit geringem Einkommen. Um Abhilfe zu schaffen, ist der Bau von knapp 320 Wohnungen im Westen Vendenheims geplant. Er ist Teil eines Gesamtkonzepts, das in mehreren Etappen realisiert wird. Das Ökoviertel wird mit der übrigen Ortschaft und den benachbarten landwirtschaftlichen Flächen verbunden. Inmitten der Natur wird es ein bevorzugter Ort für Spaziergänger werden.

Ecoquartier Adelshoffen in Schiltigheim

Die Umgestaltung des Geländes der ehemaligen Brauerei Adelshoffen ist eine Chance für die Entwicklung des Zentrums von Schiltigheim. Geschäfte und Dienstleistungen sind bereits entlang der Route de Bischwiller vorhanden. Das Gelände wird mit einem großen Park und dem industriellen Erbe der Brauerei ein reizvoller Anziehungspunkt für die Bewohner von Bischheim, Hoenheim und Straßburg.

Ecoquartier Les Tanneries in Lingolsheim

Die Neugestaltung dieses seit mehreren Jahren stillgelegten Industriestandortes wird dem Viertel neues Leben verleihen. 1 100 Wohnungen und Mehrzweckräume entstehen in Komplexen, die im Westen vom Parc Club des Tanneries begrenzt werden, einem Gebiet mit reichem Baumbestand, auf dem zurzeit ein modernes Geschäftszentrum entsteht, und im Süden vom Ostwaldergraben, einem Wasserlauf, der derzeit renaturiert wird. Im Norden grenzt das neue Ökoviertel an den Straßburger Stadtteil Montagne Verte an, im Osten an die Eisenbahnstrecke Straßburg/Mulhouse. Das Ökoviertel Tanneries ist an mehrere öffentliche Verkehrsmittel angeschlossen wie Tram, Bus und Zug und damit nur 8 Minuten vom Straßburger Hauptbahnhof entfernt. Eine Buslinie führt quer durch das neue Viertel und gut ausgebaute Radwege verbinden es mit dem Stadtzentrum.